Pilzkalender: Wann wachsen welche Speisepilze? (Inkl. Saisonübersicht) 2026

Pilzkalender Wann wachsen welche Speisepilze (Inkl. Saisonübersicht) 2026

Pilze sammeln gehört für viele Menschen zu den schönsten Aktivitäten im Spätsommer und Herbst. Der Wald bietet dann eine große Vielfalt an essbaren Arten – von aromatischen Pfifferlingen über Steinpilze bis hin zu Maronenröhrlingen. Doch nicht jeder Pilz wächst zu jeder Zeit. Temperatur, Niederschlag, Bodenfeuchtigkeit und Standort entscheiden darüber, wann die verschiedenen Speisepilze Saison haben.

Ein Pilzkalender hilft dabei, den richtigen Zeitpunkt für die Suche zu finden. Wer die Wachstumszeiten kennt, kann gezielter sammeln und erhöht die Chancen auf einen erfolgreichen Fund.

Wann beginnt die Pilzsaison?

Die klassische Pilzsaison in Deutschland liegt zwischen Juni und November. Erste Arten können bereits im Frühsommer erscheinen, während die Hauptsaison meist im September und Oktober erreicht wird.

Besonders günstige Bedingungen entstehen, wenn:

  • der Boden nach Regenfällen feucht ist
  • warme Tage auf kühle Nächte folgen
  • die Luftfeuchtigkeit hoch ist
  • keine längeren Trockenperioden herrschen

Ein verregneter Spätsommer mit anschließend milden Temperaturen sorgt häufig für besonders viele Pilzfunde.

Pilzkalender 2026: Saisonübersicht beliebter Speisepilze

Pilzart Hauptsaison Typischer Standort
Pfifferling Juni bis Oktober Nadel- und Mischwälder
Steinpilz Juli bis Oktober Laub- und Nadelwälder
Maronenröhrling Juni bis November Fichten- und Kiefernwälder
Parasol Juli bis Oktober Wiesen, Waldränder
Birkenpilz Juni bis Oktober Unter Birken
Rotkappe Juni bis Oktober Unter Espen und anderen Laubbäumen
Herbsttrompete September bis November Feuchte Laubwälder
Stockschwämmchen April bis November Baumstümpfe und Totholz
Hallimasch September bis November An Holz und Baumstümpfen
Austernseitling Oktober bis März Laubholz, besonders Buche

Juni: Die ersten Sommerpilze erscheinen

Der Juni markiert häufig den Beginn der Pilzsaison. Nach ausreichend Regen können erste Röhrlinge und Pfifferlinge gefunden werden.

Pfifferlinge

Pfifferlinge gehören zu den beliebtesten Speisepilzen Deutschlands. Sie wachsen besonders häufig in:

  • moosigen Nadelwäldern
  • Mischwäldern
  • lichten Waldstellen

Die ersten Exemplare erscheinen oft bereits im Juni. Die beste Sammelzeit liegt meist zwischen Juli und September.

Sommer-Steinpilz

Der Sommer-Steinpilz kann schon früh im Jahr auftreten. Er bevorzugt warme Standorte und wächst häufig in der Nähe bestimmter Laubbäume.

Juli und August: Die Vielfalt nimmt zu

Mit steigenden Temperaturen und regelmäßigen Sommerregen beginnt die Pilzsaison richtig.

Steinpilze

Steinpilze zählen zu den begehrtesten Speisepilzen. Sie wachsen bevorzugt:

  • unter Fichten
  • unter Buchen
  • an alten Waldrändern

Ein warmer Sommer mit feuchten Böden kann bereits ab Juli gute Funde ermöglichen.

Maronenröhrlinge

Maronenröhrlinge sind typische Herbstpilze, können aber bereits im Sommer erscheinen. Sie wachsen häufig in:

  • Kiefernwäldern
  • Fichtenwäldern
  • moosigen Waldgebieten

Sie gehören zu den häufigsten Speisepilzen für Einsteiger.

Parasole

Der Parasol ist durch seinen großen Schirm leicht zu erkennen. Er wächst häufig:

  • auf Waldlichtungen
  • an Wegrändern
  • auf Wiesen

Die jungen Exemplare eignen sich besonders gut als vegane Alternative zum Schnitzel.

September und Oktober: Hochsaison für Pilzsammler

Der Herbst ist die wichtigste Zeit für Pilzfreunde. Viele bekannte Speisepilze erreichen jetzt ihre beste Wachstumsphase.

Steinpilze in der Hauptsaison

Im September und Oktober stehen die Chancen auf Steinpilzfunde besonders gut. Nach warmen Tagen und feuchten Nächten können innerhalb weniger Tage viele Pilze erscheinen.

Pfifferlinge bis in den Herbst

Je nach Wetterlage können Pfifferlinge bis weit in den Oktober hinein gefunden werden.

Herbsttrompeten

Die dunklen, trichterförmigen Herbsttrompeten wachsen oft in großen Gruppen. Sie bevorzugen:

  • feuchte Laubwälder
  • kalkhaltige Böden
  • schattige Bereiche

Getrocknet entwickeln sie ein besonders intensives Aroma.

November: Späte Pilzarten entdecken

Auch im November endet die Pilzsaison noch nicht vollständig.

Austernseitlinge

Austernseitlinge gehören zu den Winterpilzen und können bei mildem Wetter ab Herbst erscheinen. Sie wachsen häufig an:

  • alten Buchenstämmen
  • Totholz
  • geschwächten Laubbäumen

Hallimasch

Hallimasch tritt häufig im Herbst auf. Er wächst an Holz und kann in großen Gruppen erscheinen. Wichtig: Hallimasch sollte nur gut durchgegart gegessen werden.

Winterpilze: Pilzsaison vorbei? Nicht unbedingt

Einige essbare Pilze wachsen auch in der kalten Jahreszeit.

Samtfußrübling

Dieser Winterpilz kann von November bis März auftreten. Er wächst meist an Laubbäumen und ist auch bei niedrigen Temperaturen aktiv.

Austernseitling

Bei milden Wintern lassen sich Austernseitlinge teilweise bis ins Frühjahr finden.


Die besten Monate für Pilzsammler im Überblick

Juni

Typische Funde:

  • erste Pfifferlinge
  • Sommer-Steinpilze
  • Birkenpilze

Juli

Typische Funde:

  • Steinpilze
  • Maronenröhrlinge
  • Pfifferlinge
  • Parasole

August

Typische Funde:

  • Steinpilze
  • Pfifferlinge
  • Rotkappen
  • Täublinge

September

Typische Funde:

  • Steinpilze
  • Maronenröhrlinge
  • Herbsttrompeten
  • Pfifferlinge

Oktober

Typische Funde:

  • Steinpilze
  • Herbsttrompeten
  • Hallimasch
  • Austernseitlinge

November

Typische Funde:

  • Austernseitlinge
  • Samtfußrüblinge
  • Hallimasch

Welche Wetterbedingungen sind ideal für Pilze?

Pilze reagieren stark auf das Wetter. Besonders günstig sind:

Regen nach trockenen Perioden

Nach längerer Trockenheit und anschließendem Regen beginnt häufig ein Wachstumsschub.

Warme Tage und kühle Nächte

Diese Kombination im Spätsommer und Herbst fördert viele Arten.

Hohe Luftfeuchtigkeit

Neblige Morgenstunden und feuchte Böden schaffen ideale Bedingungen.

Keine extreme Hitze

Lange Trockenperioden können das Pilzwachstum deutlich reduzieren.


Wo wachsen welche Speisepilze?

Der Standort gibt oft Hinweise darauf, welche Pilze zu finden sind.

Fichtenwald

Häufig:

  • Steinpilze
  • Maronenröhrlinge
  • Pfifferlinge

Buchenwald

Häufig:

  • Steinpilze
  • Herbsttrompeten
  • verschiedene Täublinge

Birkenbestände

Häufig:

  • Birkenpilze
  • Rotkappen

Wiesen und Waldränder

Häufig:

  • Parasole
  • Wiesenchampignons

Sicherheit beim Pilzesammeln

Beim Sammeln gilt immer: Nur Pilze essen, die eindeutig bestimmt wurden.

Wichtige Regeln:

  • Keine unbekannten Pilze probieren
  • Alte oder verdorbene Exemplare stehen lassen
  • Pilze nicht in Plastiktüten sammeln
  • Bei Unsicherheit eine Pilzberatung nutzen
  • Waldpilze grundsätzlich ausreichend erhitzen

Einige giftige Pilze ähneln essbaren Arten. Besonders Anfänger sollten daher mit erfahrenen Sammlern oder geprüften Pilzberatern unterwegs sein.


Fazit: Mit dem Pilzkalender besser vorbereitet in den Wald

Die Pilzsaison 2026 bietet von Frühsommer bis in den Winter hinein zahlreiche Möglichkeiten, essbare Pilze zu entdecken. Während Pfifferlinge und erste Röhrlinge bereits im Sommer erscheinen, erreicht die Vielfalt im September und Oktober ihren Höhepunkt.

Wer Wetter, Standort und Saisonzeiten kombiniert, erhöht die Chancen auf erfolgreiche Pilzwanderungen. Trotzdem bleibt die wichtigste Regel bestehen: Sicherheit geht vor – nur eindeutig bestimmte Pilze gehören in den Sammelkorb.

Quellen und weiterführende Informationen

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